Was ist Histaminintolleranz?

Histamin ist ein biogenes Amin, das in natürlicher Weise in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt und auch vom Körper selbst gebildet werden kann. Eine Histaminintoleranz ist ein Missverhältnis zwischen der Menge des im Körper angefluteten Histamins und der Fähigkeit des Körpers, dieses abzubauen.
Ein Ungleichgewicht kann im Körper entstehen, wenn
  1. zu viel Histamin über histaminreiche Nahrungsmittel aufgenommen wird,
  2. körpereigene Mastzellen vermehrt Histamin freisetzen (z. B. durch übermäßige Degranulation), und/oder wenn
  3. die histaminabbauenden Enzyme Diaminoxidase (DAO) und Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) aufgrund von Problemen im Darm, in der Leber oder durch Nährstoffmängel nicht ausreichend aktiv sind.

Abbau von Histamin im Körper

DAO wird überwiegend im Dünndarm, in geringen Mengen aber auch in der Niere, der Leber und der Plazenta gebildet. Das Enzym ist vor allem für den Abbau von Histamin verantwortlich, das über Nahrungsmittel aufgenommen oder im Rahmen allergischer Reaktionen im Darm freigesetzt wird. HNMT kommt hauptsächlich in der Leber, aber auch in anderen Geweben wie der Lunge und den Nieren vor. Es ist für den Abbau von körpereigenem (intrazellulären) Histamin verantwortlich, also jenem, das innerhalb der Zellen entsteht. Ein funktionierendes Zusammenspiel dieser beiden Enzyme ist entscheidend, um den Histaminspiegel im Körper im Gleichgewicht zu halten. Kommt es zu einer verminderten Enzymaktivität – etwa durch Darmprobleme, Leberprobleme und Nährstoffmängeln –, kann Histamin nicht ausreichend abgebaut werden. Dies führt zu einer Histaminintoleranz mit vielfältigen Beschwerden

Histaminintoleranz durch Histaminüberschuss

Eine Histaminintoleranz tritt nicht plötzlich auf wie eine Allergie, auch wenn es in manchen Fällen den Anschein hat. Als Veranschaulichung bedienen wir uns deshalb des sogenannten Histaminfasses, das allmählich durch ein zu viel an Histamin zum Überlaufen gebracht wird. Dies kann einerseits durch Nahrung der Fall sein, durch akute sowie chronische Erkrankungen, aber auch Umweltfaktoren, die auf deinen Körper einwirken. Die Liste der Ursachen des zu viel an Histamin ist lang und individuell. Als häufigste Ursachen für die Aufnahme von zu viele Histaminen gelten:
  • Histaminreiche Lebensmittel: Der Verzehr von Lebensmitteln, die lange gelagert, gereift oder fermentiert sind, führt oftmals zu einer hohen Histaminbelastung. Beispiele hierfür sind reifer Käse, Sauerkraut, Rotwein und Fischkonserven.
  • Histaminliberatoren: Bestimmte Lebensmittel, wie Erdbeeren, Zitrusfrüchte oder Tomaten, enthalten selbst wenig Histamin, setzen aber in der Verstoffwechslung körpereigenes Histamin frei.
  • DAO hemmende Genussmittel: Alkohol, Hefe, Kakao und Energydrinks sind geradezu eine Bremse für die Arbeit der DAO-Enzyme.
  • Körpereigene Faktoren: Starker Stress, akuter Schlafmangel und hormonelle Störungen gelten als Anreger für die körpereigene Histaminproduktion. Umweltfaktoren: Umweltgifte, Schwermetallbelastung, Weichmacher, Pestizide, E-Stoffe, Aromen, Geschmacksverstärker sind Trigger für die Histaminproduktion.
  • Infektionen: Insbesondere Darminfekte können eine Histaminintoleranz auslösen oder verstärken. Medikamente: Einige Medikamente können den Histaminabbau beeinflussen.
  • Gestörte Darmflora (Dysbiose): Eine gestörte Darmflora kann dazu führen, dass Bakterien, die selbst Histamin produzieren, überhandnehmen.
  • Mangel an Elektrolyten: Zu wenig an Kupfer, Magnesium oder Vitamin B6 können die DAO-Funktion beeinträchtigen und eine Histaminintoleranz begünstigen.

Häufige Beschwerden, die bei Histaminintoleranz auftreten

Weil sich Histaminrezeptoren fast überall im Körper befinden, sind die Beschwerden sehr heterogen und von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Leider sind es in der Praxis viele Symptome, die auftreten können und meist hat ein Betroffener auch mehrere Symptome, die sein Wohlbefinden und den Alltag beeinträchtigen.
Gehen die Beeinträchtigungen über ein erträgliches Maß hinaus oder verschlechtern sich akut, steigt unweigerlich der Leidensdruck des Betroffenen und spätestens jetzt empfiehlt es sich genau bestimmen zu lassen, ob eine Histaminintoleranz vorliegt oder nicht.

Diagnose von Histaminintoleranz

Die Diagnose, ob eine Intoleranz vorliegt, obliegt dem behandelnden Hausarzt oder Facharzt. Mittels Labor gestützter Diagnoseverfahren ermittelt dieser deinen Zustand. Um ein möglichst gesamtheitliches Bild der Lage zu erhalten, empfehlen wir gleich mehrere dieser Werte testen zu lassen.

Aktuell verfügbare Tests zur Diagnostik von Histaminintoleranz

  • Histaminspiegel im Blut und Stuhl
  • DAO-Aktivität im Blut, Stuhl oder Urin
  • HNMT-Aktivität im Urin
  • Histaminabbauprodukte im Urin
  • THAK-Wert (Totale Histamin-Abbau-Kapazität) im Blut

Diagnose mittels Auslassdiät

Um zusätzlich herauszufinden, ob bei dir eine Histaminintoleranz vorliegt, empfiehlt es sich, auch eine Auslassdiät durchzuführen.
Dabei verzichtest du für mindestens 4 bis 8 Wochen auf histaminreiche Lebensmittel und beobachtest genau, wie sich deine Symptome entwickeln. Es kann zudem sinnvoll sein, ein Ernährungs- und Symptomtagebuch zu führen. So lassen sich auch andere biogene Amine identifizieren, die ähnliche Beschwerden hervorrufen können.

Die Diagnose auf Histaminintoleranz bestätigt sich - Was nun?

Der lange Weg zur Diagnose

Viele unserer Teilnehmer berichten häufig über ähnliche Erlebnisse, sobald sie einen Verdacht hegen. Der Gang zum Arzt bringt nicht, wie erhofft, ein schnelles und klares Ergebnis. Dadurch, dass die Symptome in vielfältiger Form auftreten können, wird zunächst auf die einzelnen Symptome eingegangen. Häufig in Form eines Allergietests oder allgemeinen Bluttests. Tritt hierbei nichts auffälliges zu Tage, kommt gegebenenfalls eine Auslassdiät zum Einsatz. Diese kann zwar Indizien liefern, endet dann jedoch meistens darin, dass es gilt, diese Lebensmittel zukünftig zu meiden. Der ein oder andere unserer Teilnehmer berichtet uns auch von der Empfehlung, dass der Gang zum Therapeuten wohl der bessere Weg sei, da die Beschwerden wohl eher psychosomatischer Natur seien. Bis die geeigneten Bluttests gemacht werden, weil diese keine Standarduntersuchung darstellen, können so schon mal Monate vergehen. Monate, die geprägt sind von den anhaltenden Beschwerden als auch der psychischen Belastung, bedingt durch die Frage, was denn nun im Argen liegt. Und liegt dann ein Ergebnis vor, gibt es eben auch nicht die eine Wunderpille, statt dessen häufig viele verschiedene, abgestimmt auf die jeweiligen Symptome.

Du musst selbst aktiv werden

Oftmals jedoch helfen diese Medikationen nicht oder verschlechtern zusätzlich den Allgemeinzustand. Und da zudem das eigentliche Problem unbehandelt bleibt, verschlechtern sich auch zunehmend die Histamin bedingten Beschwerden. So dauert es auch nicht selten Monate, sogar Jahre, bis andere Wege zur Hilfe in Betracht gezogen werden. Häufig über Foren oder Gruppen, wo man sich dann zumindest schon einmal gut austauschen kann und Hilfestellung geboten bekommt. Dies stellt dann auch meist den ersten Schritt dar, selbst aktiv zu werden und das Problem in Angriff zu nehmen. Da wir aus unserer Erfahrung heraus genau diese Werdegänge kennen und wir oftmals erst dann zu Rate gezogen werden, wenn alles andere nicht hilft oder man bei der Eigentherapie an seine Grenzen stößt, können wir klar empfehlen, diesen Schritt bereits früher in Betracht zu ziehen. Es erspart einem viel Zeit und Leid, das nicht sein muss.
Jürgen erging es ziemlich ähnlich, wie er im folgenden Video berichtet.
Ricky
Wenn auch du, wie Jürgen, deine Probleme mit unserem Coaching und deinem eigenen Antrieb in Angriff nehmen willst, dann sollten wir uns gerne einmal unverbindlich miteinander austauschen.
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